Nachhaltigkeit - ein Überblick

 

Der Begriff Nachhaltigkeit wurde erstmals vom Oberberghauptmann des sächsischen Oberbergamtes in Freiberg Carl von Carlowitz (1713) in seinem Werk „Sylvicultura oeconomica“ sinngemäß beschrieben. Nach einer Rohstoffkrise formulierte Carl von Carlowitz, dass nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie durch Aufforstung, Säen und Pflanzen nachwachsen könnte (Carlowitz, 1713). 

 

Die maßgeblichen Aspekte der Nachhaltigkeit reichen aber weit über langfristige Planung in der Forstwirtschaft hinaus. Nachhaltigkeit berührt alle wesentlichen Bereiche in unserem Leben. Zum Beispiel, wie wir miteinander umgehen, wie wir Wissen vermitteln oder darlegen, was und wie viel wir einkaufen, was wir essen, wie wir bauen oder sanieren und wie wir Güter oder uns selbst transportieren.   

 

Mit dem „Bruntland-Bericht“ von 1987 wurde der Begriff auf die Entwicklung von Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit ausgedehnt. In diesem Bericht wurde Nachhaltigkeit von der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung folgendermaßen definiert: 

Nachhaltig ist eine Entwicklung, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“ (Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, 1987). 

Seitdem wurde der Begriff immer wieder neuen Definitionen unterworfen, die weitere Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigen sollten. Keine der Definitionen ist jedoch ausreichend, um diesen Begriff in vollem Umfang zu erklären.  

Mit bewusstem Handeln und Konsumverhalten können wir eine nachhaltige Entwicklung unterstützen. Gut überlegte Strategien z. B. zur Minderung von Müll oder Langlebigkeit bei eingekauften Produkten sind aber unvollständig, wenn dabei Arbeitsbedingungen und Menschenrechte bzw. Gesamt-CO₂-Bilanz oder Lebenszykluskosten eines Produktes außer Acht gelassen wird. Zudem spielt die Effizienz eine große Rolle, da ineffiziente Systeme mehr Energie, Zeit und Ressourcen verbrauchen. Dies gilt gleichermaßen für technische Systeme wie für Verwaltungsvorgänge und die Kommunikation.    

Eine nachhaltige Entwicklung kann am besten bei einer ganzheitlichen Betrachtung aller Nachhaltigkeitsaspekte gefördert werden. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen bieten derzeit die vollständigste ganzheitliche Betrachtung von Nachhaltigkeit und seinen facettenreichen Ebenen (Vereinten Nationen, 2015).    

 

Eine zu oberflächliche Implementierung von Nachhaltigkeit, die hauptsächlich Werbezwecken dient, auch „Green-washing“ genannt, ist meistens verheerend für die Reputation und damit sicher nicht nachhaltig. Daher sollte darauf geachtet werden, dass messbare Maßnahmen nachvollziehbar und wahrheitsgemäß kommuniziert werden. 

 

Der größte Vorteil einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsimplementierung ist die frühzeitige Verfolgung von Zielen und Umsetzung von Maßnahmen, die bald vom Gesetzgeber als „Standard“ gefordert werden. Dies ist aber auch förderlich für das Image und Resilienz deiner Unternehmen oder deine Einrichtung.

Literatur:  


  • Carlowitz, C. v. (1713). Sylvicultura oeconomica
  • Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. (1987). Unsere gemeinsame Zukunft. Der Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. Weltkommission für Umwelt und Entwicklung.
  • Vereinten Nationen. (2015). Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Agenda, Vereinten Nationen.


Es ist nicht die stärkste Spezies die überlebt, auch nicht die intelligenteste, sondern eher diejenige, die am ehesten bereit ist, sich zu verändern.“    

Charles Darwin